Zum Hauptinhalt springen
Drückwalzen – dünne Wandstärken bei rotationssymmetrischen Bauteilen bei MD Umformtechnik in Erfurt
MD Umformtechnik · Erfurt

Drückwalzen – dünne Wandstärken bei rotationssymmetrischen Bauteilen

Reduktion der Wanddicke ohne Materialabtrag

Drückwalzen ist die Variante des Metalldrückens, bei der die Wandstärke gezielt reduziert wird. Das Material fließt unter der Drückrolle, die Wand wird dünner und länger – mit höherer Festigkeit und glatter Oberfläche.

Seit 2005
Fertigung in Erfurt
Eigener
Werkzeugbau im Haus
Persönlich
technisch geprüft
Typische Bauteile

Was wir für Sie fertigen

Dünnwandige Hohlkörper

Töpfe, Hülsen und Konen mit reduzierter Wandstärke – Wanddicke und Werkstoffzustand werden auf die Funktion abgestimmt.

Langgestreckte Bauteile

Wenn die Wand fließt, wird das Bauteil länger – ideal für lange Hülsen aus kompakter Ronde.

Hochfeste Komponenten

Die Kaltverfestigung beim Drückwalzen steigert die Festigkeit – ohne zusätzlichen Wärmeprozess.

Materialien

Werkstoffe, die wir verarbeiten

  • Edelstahl 1.4301, 1.4404
  • Aluminium EN AW-1050, 5754
  • Kupfer, Messing
  • Stahl S235, DC04
Toleranzen & Stückzahlen

Womit Sie rechnen können

Wandstärke
ab 0,5 mm reduziert
Wanddicken-Reduktion
bis 70 %
Maßtoleranz
ab 0,3 mm
Stückzahlen
1 – mehrere Tausend

Alle Angaben sind Orientierungswerte. Verbindliche Machbarkeit, Toleranzen und Stückzahlbereiche bestätigen wir nach Prüfung von Zeichnung, Werkstoff und Einsatzbedingungen.

Drückwalzen – das Verfahren, das Wandstärken fließen lässt

Drückwalzen (englisch flow forming) ist eine inkrementelle Umformtechnik für rotationssymmetrische Bauteile. Ein vorgeformtes Halbzeug wird auf einen Dorn gespannt und rotiert. Eine oder mehrere Drückrollen werden axial entlanggeführt und reduzieren unter hohem Druck die Wandstärke. Das Material fließt zwischen Rolle und Dorn, das Bauteil wird länger und dünner.

Im Vergleich zum klassischen Metalldrücken ist Drückwalzen auf eine gezielte Wanddickenänderung ausgelegt. Beide Verfahren formen Metall um; welches die geforderte Geometrie und Qualität erreicht, wird am konkreten Bauteil geprüft.

Wann Drückwalzen die richtige Wahl ist

Drückwalzen lohnt sich vor allem dort, wo dünne Wandstärken bei langen Hohlkörpern gefordert sind. Bei langen Hülsen sind Vorform, Wanddickenverteilung, Werkstoffzustand und nachfolgende Bearbeitung zu vergleichen. Eine pauschale Überlegenheit gegenüber Tiefziehen lässt sich daraus nicht ableiten.

Der zweite große Vorteil ist die Kaltverfestigung. Das Material wird während des Drückwalzens stark verformt, die Festigkeit steigt deutlich an – ohne zusätzlichen Wärmeprozess. Das macht das Verfahren attraktiv für sicherheitsrelevante Bauteile in Luftfahrt, Energietechnik und Spezialfahrzeugbau.

Wirtschaftlichkeit und Stückzahlen

Drückwalzen ist werkzeugarm – nötig sind im Wesentlichen ein Dorn (oft preiswert gefertigt) und die Drückrollen. Das macht das Verfahren auch bei Einzelstücken und Prototypen wirtschaftlich. Bei höheren Stückzahlen ab mehreren Tausend muss man rechnen, ob nicht ein Tiefziehwerkzeug mit Nachziehoperationen am Ende günstiger ist.

Wir prüfen im Einzelfall, ob Drücken, Drückwalzen oder Tiefziehen sinnvoll ist. Senden Sie Zeichnung und Zielmenge für eine technische und wirtschaftliche Bewertung.

Werkstoffe und Anwendungen

Für Drückwalzen kommen geeignete kaltumformbare Werkstoffe infrage – Edelstahl, Aluminium, Stahl, Kupfer und Messing. Bei höherfesten Werkstoffen sind ggf. Zwischenglühungen nötig – das prüfen wir im Vorfeld.

Typische Anwendungen: dünnwandige Druckbehälter, Aerosol-Dosen, Reflektoren mit hoher Tiefe, Hülsen für Stoßdämpfer, Flammrohre und Komponenten der Energietechnik. Mehr zu Drückteilen unter Drückteile.

Ablauf

In 4 Schritten zum Bauteil

  1. 01

    Vorform

    Eine vorgeformte Hülse oder ein gedrückter Topf dient als Ausgangsteil.

  2. 02

    Spannung auf Dorn

    Das Bauteil wird auf einen rotierenden Dorn gespannt, der die Innengeometrie vorgibt.

  3. 03

    Drückwalzen

    Die Drückrolle reduziert unter hohem Druck die Wandstärke – das Material fließt und wird länger.

  4. 04

    Endbearbeitung

    Beschneiden, Bördeln, Lochen, polieren – nach Bedarf direkt im Haus.

Häufige Fragen

Was Einkäufer am häufigsten fragen

Was unterscheidet Drückwalzen vom klassischen Metalldrücken?

Beim klassischen Drücken ist eine gezielte Wanddickenreduktion nicht das Hauptziel; örtliche Dickenänderungen sind dennoch möglich. Beim Drückwalzen wird die Wandstärke gezielt reduziert. Das Material fließt unter der Rolle, das Bauteil wird dünner und länger.

Welche Wandstärkenreduktion ist möglich?

Pro Durchlauf bis zu 30 %, in mehreren Durchläufen kumuliert bis zu 70 %. Das hängt vom Werkstoff, der Ausgangsdicke und der Bauteilgeometrie ab.

Wann ist Drückwalzen sinnvoll?

Wenn dünne Wandstärken bei rotationssymmetrischen Bauteilen gefordert sind, die per Tiefziehen schwer realisierbar wären – etwa lange Hülsen oder Konen mit konstanter Wandstärke. Oder wenn Kaltverfestigung gewünscht ist.

Welche Stückzahlen sind wirtschaftlich?

Drückwalzen ist werkzeugarm – es lohnt sich auch bei Einzelstücken und Kleinserien. Bei Großserien ist meist Tiefziehen mit Wanddicken-Nachziehen wirtschaftlicher.

Ist die Oberfläche nach dem Drückwalzen sauber?

Ja – die Drückrolle hinterlässt eine glatte, leicht polierte Oberfläche. Auf Wunsch polieren wir weiter oder strahlen matt.

Bereit für Ihre Anfrage?

Beschreiben Sie Ihr Bauteil und laden Sie bei Bedarf eine Zeichnung hoch. Wir prüfen Ihre Angaben persönlich und melden uns mit einer technischen Einschätzung.