- Maß
- Merkmalsbezogen tolerieren
- Form
- Bezugssystem eindeutig angeben
- Wanddicke
- Messstelle und Mindestwert definieren
- Kostenhebel
- Nur Funktionsmaße eng setzen

Entscheidungshilfe
Toleranzangaben richtig priorisieren
| Kriterium | Zeichnungsangabe | Technische Klärung |
|---|---|---|
| Funktionsmaß | Individuelle Toleranz | Funktion und Messmethode |
| Form/Lage | Bezugsflächen und Symbolik | Spannung und Prüfaufbau |
| Wanddicke | Messpunkt oder Messbereich | Zulässige lokale Ausdünnung |
| Übrige Maße | Passende Allgemeintoleranz | Nicht unnötig verschärfen |
Maßtoleranzen
Maßtoleranzen müssen beim Tiefziehen immer am konkreten Merkmal bewertet werden. Engere Vorgaben können je nach Geometrie zusätzliche Kalibrier-, Nacharbeits- oder Prüfoperationen erfordern.
Formtoleranzen
Rundheit, Ebenheit und Rechtwinkligkeit hängen stark von der Werkzeugauslegung und den Niederhalterkräften ab. Wir definieren kritische Maße gemeinsam mit Ihnen in der Angebotsphase – das spart spätere Diskussionen.
Wandstärkentoleranzen
Beim Tiefziehen verändert sich die Wandstärke geometriebedingt: An Übergängen kann sie etwas dünner werden, im Flansch etwas dicker. Wandstärkenangaben sollten daher immer mit klaren Messstellen versehen sein.
Wovon hängen die Toleranzen ab?
Die erreichbare Genauigkeit ist immer ein Zusammenspiel aus:
- Werkstoff und dessen Streuung (z. B. DC04 vs. 1.4301)
- Geometrie und Ziehtiefe
- Werkzeugkonzept (einstufig vs. mehrstufig)
- Folgeoperationen wie Kalibrieren oder Beschneiden
Praxis-Tipp für Einkäufer
Markieren Sie in der Zeichnung nur die wirklich funktionskritischen Maße mit engen Toleranzen. Für alle übrigen Maße sollte eine geeignete Allgemeintoleranz vereinbart werden. ISO 2768-1 gilt im September 2026 weiterhin, befindet sich laut ISO aber in Überarbeitung; prüfen Sie deshalb bei neuen Zeichnungen den vertraglich anzuwendenden Ausgabestand.