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Stanzteile-Hersteller auswählen – die 8 wichtigsten Kriterien für Einkäufer

Den richtigen Stanzteile-Hersteller zu wählen ist keine Bauchentscheidung. Die folgenden acht Kriterien stammen aus der Praxis von Einkäufern aus Automotive, Elektrotechnik und Medizintechnik – sie zeigen, worauf es wirklich ankommt, bevor Sie Werkzeug­invest und Serie an einen Partner vergeben.

Praxisbeitrag von MD UmformtechnikAktualisiert am

Fertigung bei MD Umformtechnik zum Thema Stanzteile-Hersteller auswählen

1. Eigener Werkzeugbau im Haus

Ein Hersteller mit eigenem Werkzeugbau reagiert schneller auf Werkzeugverschleiß, Optimierungen und Änderungen. Wer Werkzeuge extern bauen lässt, hat längere Reaktionszeiten und kein direktes Eigeninteresse an der Werkzeugqualität. Fragen Sie konkret nach Fräsen, Erodieren und Schleifen vor Ort.

2. Realistische Toleranzen statt Marketing-Aussagen

Seriöse Hersteller nennen Toleranzen differenziert nach Maß und Verfahren – nicht pauschal mit einer einzigen Zahl. Achten Sie auf Aussagen wie Lochabstand ±0,05 mm, Außenkontur ±0,1 mm, Biegewinkel ±0,5°. Wer überall die gleiche Toleranz nennt, hat selten ein realistisches Bild.

Mehr zu erreichbaren Toleranzen finden Sie im Ratgeber Toleranzen beim Tiefziehen – die Logik gilt analog für Stanzteile.

3. Werkstoffkompetenz

Stahl, Edelstahl (1.4301, 1.4404, 1.4571), Aluminium, Kupfer, Messing und Federstahl verhalten sich beim Stanzen jeweils anders. Ein guter Hersteller hat Erfahrung in mehreren Werkstoffen und kann erklären, warum sich z. B. 1.4404 für Ihren Anwendungsfall besser eignet als 1.4301.

4. Belastbare Aussagen zu Stückzahl und Werkzeugart

Ein guter Partner schlägt die Werkzeugart aktiv vor – Einzelhub, Folgeschnitt, Folgeverbund oder Transfer – statt einfach abzunicken, was Sie vorgeben. Wer das nicht macht, optimiert nicht für Sie, sondern für seine Maschinenauslastung.

5. Transparente Werkzeug- und Teilekalkulation

Im Angebot müssen Werkzeugkosten und Teilekosten getrennt ausgewiesen sein – inklusive Break-Even-Stückzahl. Wer alles in eine pauschale Stückkosten-Zahl packt, versteckt Werkzeugquersubventionen und macht Vergleiche unmöglich.

6. Qualitätsdokumentation und Auditierbarkeit

Je nach Branche brauchen Sie FAI-Berichte, Werkszeugnisse 3.1, Erstmusterprüfberichte (EMPB / PPAP) oder Materialnachweise. Klären Sie vor Beauftragung, welche Dokumente standardmäßig im Preis sind und welche zusätzlich berechnet werden.

Bei Audits (VDA 6.3, IATF 16949) sollte der Hersteller offen über bestandene und nicht bestandene Audits sprechen – nicht nur Logos auf der Website zeigen.

7. Liefertreue und Re-Bestell-Rate

Fragen Sie nach Liefertreue-Quote (OTD – On-Time-Delivery) und Re-Bestell-Rate. Wer 90 % und mehr OTD und eine hohe Rebooking-Rate hat, liefert nachweislich verlässlich. Werte unter 80 % OTD sind ein Warnsignal.

8. Nähe, Sprache und Reaktionszeit

Ein Hersteller in Deutschland ist nicht automatisch besser – aber gleiche Sprache, gleiche Zeitzone und kurze Wege bei Werkzeugoptimierungen sparen über die Serienlaufzeit oft mehr Geld als der nominale Stückpreisunterschied zu fernen Lieferanten.

Wir produzieren ausschließlich in Erfurt – mehr dazu unter Stanzteile-Hersteller und Standorte.

Konkretes Bauteil im Kopf?

Schicken Sie uns Ihre Zeichnung oder Skizze. Wir prüfen Machbarkeit und die nächsten technischen Schritte persönlich.