- Technik
- Werkzeug- und Prozesskompetenz
- Qualität
- Prüfplan und Nachweise
- Versorgung
- Kapazität, Wartung, Liefertreue
- Vergleich
- Gleicher Leistungsumfang

Entscheidungshilfe
Lieferantenvergleich ohne Äpfel-Birnen-Effekt
| Kriterium | Im Angebot prüfen | Belastbarer Nachweis |
|---|---|---|
| Werkzeug | Konzept, Eigentum, Wartung | Benannte Stationen und Zuständigkeiten |
| Serie | Presse, Automatisierung, Kapazität | Prozessbeschreibung und Mengenszenario |
| Qualität | Prüfmerkmale und Dokumente | Vereinbarter Prüf- und Freigabeumfang |
| Lieferung | Losgröße, Abrufe, Reaktionszeit | Nachvollziehbare Kennzahlen und Eskalationsweg |
1. Eigener Werkzeugbau im Haus
Ein Hersteller mit eigenem Werkzeugbau kann Werkzeugverschleiß, Optimierungen und Änderungen häufig mit kurzen Abstimmungswegen bearbeiten. Bei externem Werkzeugbau sollten Zuständigkeiten, Reaktionszeiten und verfügbare Verfahren ebenso konkret geklärt werden. Fragen Sie nach Fräsen, Erodieren, Schleifen und Tryout-Kapazität.
2. Realistische Toleranzen statt Marketing-Aussagen
Seriöse Hersteller bewerten Toleranzen differenziert nach Merkmal, Werkstoff, Werkzeug und Verfahren – nicht pauschal mit einer einzigen Zahl. Fragen Sie, welche Maße direkt aus dem Werkzeug entstehen, welche kalibriert oder nachbearbeitet werden und wie die Prüfung erfolgt.
Mehr zu erreichbaren Toleranzen finden Sie im Ratgeber Toleranzen beim Tiefziehen – die Logik gilt analog für Stanzteile.
3. Werkstoffkompetenz
Stahl, Edelstahl (1.4301, 1.4404, 1.4571), Aluminium, Kupfer, Messing und Federstahl verhalten sich beim Stanzen jeweils anders. Ein guter Hersteller hat Erfahrung in mehreren Werkstoffen und kann erklären, warum sich z. B. 1.4404 für Ihren Anwendungsfall besser eignet als 1.4301.
4. Belastbare Aussagen zu Stückzahl und Werkzeugart
Ein guter Partner schlägt die Werkzeugart aktiv vor – Einzelhub, Folgeschnitt, Folgeverbund oder Transfer – statt einfach abzunicken, was Sie vorgeben. Wer das nicht macht, optimiert nicht für Sie, sondern für seine Maschinenauslastung.
5. Transparente Werkzeug- und Teilekalkulation
Im Angebot müssen Werkzeugkosten und Teilekosten getrennt ausgewiesen sein – inklusive Break-Even-Stückzahl. Wer alles in eine pauschale Stückkosten-Zahl packt, versteckt Werkzeugquersubventionen und macht Vergleiche unmöglich.
6. Qualitätsdokumentation und Auditierbarkeit
Je nach Branche brauchen Sie FAI-Berichte, Werkszeugnisse 3.1, Erstmusterprüfberichte (EMPB / PPAP) oder Materialnachweise. Klären Sie vor Beauftragung, welche Dokumente standardmäßig im Preis sind und welche zusätzlich berechnet werden.
Bei Audits (VDA 6.3, IATF 16949) sollte der Hersteller offen über bestandene und nicht bestandene Audits sprechen – nicht nur Logos auf der Website zeigen.
7. Liefertreue und Re-Bestell-Rate
Fragen Sie nach Liefertreue (OTD – On-Time-Delivery), Kapazitätsplanung und dem Umgang mit Abweichungen. Entscheidend ist, dass Zeitraum, Berechnungsweise und Bezugsgröße der Kennzahl transparent sind; nur dann lassen sich Anbieter fair vergleichen.
8. Nähe, Sprache und Reaktionszeit
Ein Hersteller in Deutschland ist nicht automatisch besser – aber gleiche Sprache, gleiche Zeitzone und kurze Wege bei Werkzeugoptimierungen sparen über die Serienlaufzeit oft mehr Geld als der nominale Stückpreisunterschied zu fernen Lieferanten.
Wir produzieren ausschließlich in Erfurt – mehr dazu unter Stanzteile-Hersteller und Standorte.