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Lohnstanzen mit Kundenwerkzeug: So bereiten Sie die Werkzeugübernahme vor

Ein vorhandenes Stanzwerkzeug spart die Neukonstruktion nur dann, wenn es zur neuen Fertigung passt und in einem nutzbaren Zustand ist. Für eine Verlagerung reicht die Aussage „Das Werkzeug lief bisher“ deshalb nicht aus. Einkauf, Qualität und Fertiger brauchen eine gemeinsame technische Ausgangsbasis.

Fachbeitrag von Sven MittmannInhaber und GeschäftsführerAktualisiert am

Erste Prüfung
Werkzeug, Presse und Peripherie abgleichen
Zustand
Verschleiß, Reparaturen und Fehlteile erfassen
Qualität
Referenzteile und Prüfstand zuordnen
Planung
Übergangsbestand und Freigabe berücksichtigen
Werkstattumgebung für die Vorbereitung und Prüfung von Fertigungswerkzeugen

Entscheidungshilfe

Welche Unterlage beantwortet welche Frage?

KriteriumBenötigte InformationenEntscheidung
WerkzeugdatenAbmessungen, Einbauhöhe, Gewicht, AnschlüsseIst ein Einsatz auf der vorgesehenen Anlage möglich?
Bisheriger ProzessMaterial, Vorschub, Hubdaten, SchmierungWelche Bedingungen müssen geprüft oder angepasst werden?
ZustandsberichtWartung, Schäden, Änderungen, ErsatzteileWelcher Aufwand fällt vor dem Versuch an?
FreigabeunterlagenAktuelle Zeichnung, Referenzteile, PrüfplanWoran wird die neue Fertigung gemessen?

Welche Daten braucht der neue Lohnstanzer zuerst?

Beginnen Sie mit dem aktuell bestellten Bauteil: Zeichnung und Revision, Werkstoff, Blechdicke, Oberfläche, Losgröße und Jahresbedarf. Ergänzen Sie Werkzeugnummer und Fotos, damit Werkzeug und Artikel eindeutig zusammengeführt werden können. Bei Varianten müssen die jeweiligen Einsätze und Umrüstzustände erkennbar sein.

Hilfreich sind außerdem Werkzeugzeichnungen, Stücklisten, Wartungsunterlagen, die letzte dokumentierte Fertigungseinstellung und Informationen zu bekannten Störungen. Fehlen Unterlagen, sollte das bereits in der Anfrage stehen. Dann lässt sich die erforderliche Bestandsaufnahme als eigener Arbeitsschritt einplanen.

Warum die Presskraft allein nicht über die Übernahme entscheidet

Eine nominell ausreichend starke Presse ist noch kein Kompatibilitätsnachweis. Zu prüfen sind unter anderem Einbauraum, Werkzeughöhe, Aufspannung, Hub und Materialführung. Auch Teileabführung, Abfallweg und vorhandene Überwachung müssen in den geplanten Ablauf passen.

Dass Pressen über mehrere getrennte Kenngrößen beschrieben werden, zeigen beispielsweise die technischen Daten des Pressenherstellers Schuler. Diese Herstellerangaben dienen hier zur Einordnung und beschreiben nicht den Maschinenpark von MD Umformtechnik.

Die bisherige Einstellkarte ist eine wichtige Vergleichsbasis, aber keine automatische Freigabe für eine andere Anlage. Der neue Fertiger muss bewerten, welche Einstellungen übertragbar sind und welche Prozessbedingungen neu ermittelt werden müssen. Änderungen an Sensorik, Steuerung oder Schutzfunktionen gehören in die technische Prüfung durch qualifiziertes Fachpersonal.

Werkzeugzustand bei der Übergabe dokumentieren

Halten Sie den Zustand vor dem Transport und nach Eingang fest. Dazu gehören sichtbare Schäden, Korrosion, fehlende Komponenten, bekannte Reparaturen und die Vollständigkeit von Zubehör und Ersatzteilen. Fotos sollten mit Werkzeugnummer und Datum zugeordnet werden können.

Die Anzahl bisheriger Hübe kann bei der Einschätzung helfen, ersetzt aber keine Zustandsprüfung. Maßhaltigkeit und Standzeit hängen auch von Material, Wartung und bisherigen Eingriffen ab. Aus einer pauschalen Restlebensdauer sollte deshalb keine verbindliche Serienplanung abgeleitet werden.

Vereinbaren Sie vor Reparaturen, wer den Befund bewertet und den Aufwand beauftragt. So bleiben Eingangszustand, Übernahmeanpassung und spätere Serienwartung nachvollziehbar getrennt. Auch Verantwortlichkeiten für Transport, Verpackung und Lagerung sollten vor der Übergabe feststehen.

Musterung und Serienfreigabe auf den neuen Prozess beziehen

Letzte Gutteile und zugehörige Messprotokolle helfen, die bisherige Fertigung zu verstehen. Die maßgebliche Grundlage bleibt jedoch der vereinbarte Zeichnungs- und Spezifikationsstand. Ein altes Referenzteil darf eine zwischenzeitliche Zeichnungsänderung nicht verdecken.

Stimmen Sie vor dem Versuch ab, welche Merkmale geprüft werden, welche Dokumente benötigt werden und wer die Freigabe erteilt. Bei vereinbarter PPF beschreibt VDA QMC die Bemusterung grundsätzlich unter Serienbedingungen; abweichende Bedingungen werden zwischen Kunde und Lieferant vereinbart. Der konkrete Umfang ergibt sich aus den Projektanforderungen.

Ein erstes brauchbares Versuchsteil ist damit nicht automatisch eine Serienfreigabe. Mehr zur Unterscheidung erläutert unser Ratgeber Prototyp, Muster und Kleinserie.

Übernahmekosten und Lieferfähigkeit realistisch planen

Lassen Sie einmalige Aufwände gesondert ausweisen: Bestandsaufnahme, mögliche Anpassungen oder Reparaturen, Material für den Versuch, Einrichten, Musterfertigung und Prüfung. Daneben stehen die laufenden Teile-, Rüst- und gegebenenfalls Wartungskosten. Ein niedriger Teilepreis allein zeigt nicht die Gesamtkosten der Verlagerung.

Für den Terminplan sollten Abhängigkeiten sichtbar sein: Wann treffen Werkzeug und Unterlagen ein? Wann steht das richtige Material bereit? Wer entscheidet über einen Reparaturbefund? Wie lange dauert die kundenseitige Prüfung der Muster? Ohne diese Informationen bleibt ein Serientermin vorläufig.

Planen Sie den Übergangsbedarf anhand Ihrer tatsächlichen Abrufe und des abgestimmten Anlaufplans. Ein ausreichender Bestand oder eine abgestimmte letzte Fertigung beim bisherigen Lieferanten kann die Umstellung absichern. Eine allgemein gültige Anzahl an Pufferwochen gibt es dafür nicht.

Checkliste für die Werkzeugübernahme bei MD Umformtechnik

MD Umformtechnik prüft Lohnstanzen mit Kundenwerkzeug projektbezogen. Der eigene Werkzeugbau ermöglicht die Abstimmung von Werkzeugbefund und Fertigung. Ob eine Übernahme möglich ist und welche Arbeiten nötig sind, wird anhand des konkreten Werkzeugs geklärt.

  • Aktuelle Bauteilzeichnung, Revision, Material und benötigte Liefermengen
  • Werkzeugnummer, Abmessungen, Gewicht, Einbauhöhe und vorhandene Zeichnungen
  • Bisherige Anlage und verfügbare Einstell- und Prozessdaten
  • Wartungshistorie, bekannte Fehler, Ersatzteile und Zubehör
  • Zugeordnete Gutteile, Prüfberichte und Freigabeanforderungen
  • Gewünschter Übergabetermin, Übergangsbedarf und technische Ansprechpartner

Quellen und weiterführende Grundlagen

Konkretes Bauteil im Kopf?

Schicken Sie uns Ihre Zeichnung oder Skizze. Wir prüfen Machbarkeit und die nächsten technischen Schritte persönlich.