- Geometrie
- Endzustand eindeutig bemaßen
- Werkstoff
- Sorte, Zustand und Dicke angeben
- Prüfung
- Funktion, Bezüge und Aufspannung klären
- Datenstand
- Zeichnung und Modell mit gleicher Revision

Entscheidungshilfe
Von der Bauteilfunktion zur Zeichnungsangabe
| Kriterium | In der Zeichnung festlegen | Vor der Freigabe klären |
|---|---|---|
| Verschraubter Halter | Lochlage zur Montagefläche | Messung frei oder auf einer Aufnahme? |
| Gebogener Schenkel | Winkel, Innenradius und Funktionsmaß | Welche Abweichung verträgt die Montage? |
| Kontakt- oder Anlagefläche | Gratseite und Kantenanforderung | Welche Flächen müssen nachbearbeitet werden? |
| Beschichtetes Bauteil | Oberflächenzustand und Bezug der Maße | Gelten die Prüfmaße vor oder nach Beschichtung? |
Endteil, Abwicklung und 3D-Modell auseinanderhalten
Die freigegebene Endteilzeichnung sollte erkennen lassen, welche Geometrie geliefert werden muss. Eine Abwicklung beschreibt dagegen einen Fertigungszwischenstand. Wird sie mitgeliefert, sollte ausdrücklich vermerkt sein, ob sie verbindlich ist oder nur als Ausgangspunkt für die Werkzeugplanung dient.
Eine unverändert übernommene CAD-Abwicklung ist noch kein Nachweis der Herstellbarkeit. Die tatsächliche Biegeausführung hängt von Werkstoff, Werkzeug und Prozess ab. Falls die Abwicklung angepasst werden darf, bleiben die vereinbarten Endteilmerkmale maßgeblich. Änderungen an diesen Merkmalen benötigen eine eigene Abstimmung.
PDF-Zeichnung und STEP-Modell sollten dieselbe Teilenummer und Revision tragen. Legen Sie fest, welche Datei bei einem Widerspruch maßgeblich ist. So vermeidet der Einkauf, dass Lieferanten unterschiedliche Geometriestände kalkulieren.
Biegeradius und Rückfederung projektbezogen bewerten
Geben Sie an, ob ein Radius innen oder außen gemeint ist. Der kleinste sinnvolle Biegeradius lässt sich nicht allein aus der Blechdicke ableiten; Werkstoffsorte, Materialzustand und Biegeaufgabe gehören zur Bewertung. Eine pauschale Radiusregel für alle Stanzbiegeteile wäre deshalb keine belastbare Freigabe.
Auch der fertige Winkel ergibt sich nicht ausschließlich aus der Werkzeugkontur. Rückfederung und Verfahren müssen berücksichtigt werden. TRUMPF erläutert diese Abhängigkeiten für unterschiedliche Biegeverfahren. Die Angaben sind Grundlagen und keine Maschinenspezifikation von MD Umformtechnik.
Markieren Sie funktionskritische Radien und Winkel. Wo die Montage mehr Spielraum zulässt, sollte dieser in der Zeichnung erkennbar sein. Enge Vorgaben ohne funktionalen Grund können zusätzliche Werkzeugkorrekturen und Prüfaufwand auslösen.
Lochlage und Bezugssystem aus der Montage ableiten
Beginnen Sie bei der Fläche, an der das Teil im Produkt tatsächlich anliegt. Davon ausgehend lassen sich die wichtigen Abstände und Lochlagen beschreiben. Eine Kette vieler Einzelmaße kann zwar die Form erklären, aber den entscheidenden Montageabstand offenlassen.
Löcher und Ausschnitte in der Nähe einer Biegezone sollten bei der Herstellbarkeitsprüfung ausdrücklich angesprochen werden. Ob ihre Lage und Form im gewählten Ablauf erhalten bleiben, muss am konkreten Teil bewertet werden. Benennen Sie auch, ob eine Bohrung nur Durchgang bietet oder eine Positionierfunktion übernimmt.
Für die Anfrage genügt es oft, die kritischen Merkmale auf einer Zeichnung zu nummerieren und die jeweilige Funktion kurz zu beschreiben. Daraus kann der Fertiger einen Vorschlag für Werkzeugfolge und Prüfung ableiten.
Gratseite, Kanten und Oberfläche ausdrücklich festlegen
Die Angabe „entgratet“ allein beschreibt das gewünschte Ergebnis nicht ausreichend, wenn eine Kante an einer Leitung, Dichtung oder Kontaktfläche liegt. Kennzeichnen Sie die betreffende Seite und vereinbaren Sie eine prüfbare Kantenanforderung. Nicht jede Kante muss dieselbe Nacharbeit erhalten.
Sichtflächen, elektrische Kontaktflächen und verdeckte Flächen können unterschiedliche Anforderungen haben. Geben Sie an, wo Werkzeugspuren zulässig sind, wo eine Beschichtung vorgesehen ist und welche Bereiche davon ausgenommen bleiben sollen. Ein Referenzmuster kann eine optische Vorgabe ergänzen; es braucht einen eindeutig dokumentierten Freigabestand.
Prüfzustand und Änderungsstand gemeinsam freigeben
Ein dünnwandiges Stanzbiegeteil kann sich beim Aufspannen anders verhalten als im freien Zustand. Vereinbaren Sie daher, ob und wie es bei der Prüfung aufgenommen wird. Bei beschichteten Teilen gehört außerdem die Frage dazu, auf welchen Bearbeitungszustand sich die Maße beziehen.
Für die ersten Teile sollte feststehen, ob nur der Einbau untersucht oder bereits der Serienprozess freigegeben wird. Die unterschiedlichen Nachweise erklärt der Beitrag Stanzteile als Prototyp, Muster und Kleinserie.
Nach einer Änderung müssen Zeichnung, Modell, Prüfplan und freigegebenes Muster denselben Stand abbilden. Ein handschriftlicher Hinweis in einer E-Mail reicht als dauerhafte Zuordnung häufig nicht aus. Dokumentieren Sie die vereinbarte Abweichung und ihren Geltungsbereich direkt im Projektstand.
Checkliste für die Anfrage eines Stanzbiegeteils
Senden Sie die Unterlagen für eine technische Prüfung an MD Umformtechnik. Auf der Seite Stanzteile nach Zeichnung fertigen lassen finden Sie den Einstieg zur Fertigungsanfrage. Mit diesem Datenpaket lassen sich offene Punkte gezielt besprechen:
- Teilenummer, Zeichnungsrevision, PDF-Zeichnung und vorhandenes 3D-Modell
- Werkstoffbezeichnung, Lieferzustand, Blechdicke und vorgesehene Oberfläche
- Innenradien, Endwinkel, Funktionsmaße und eindeutige Bezugsflächen
- Gratseite, kritische Kanten sowie Sicht- und Kontaktflächen
- Prüfzustand, erforderliche Dokumentation und Zweck der ersten Muster
- Musterzahl, Losgröße, Jahresbedarf und noch erwartete Änderungen