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Tiefziehen, Metalldrücken oder Stanzen – welches Verfahren passt?

Die drei wichtigsten blechumformenden Verfahren in der Praxis sind Tiefziehen, Metalldrücken und Stanzen. Welches wirtschaftlich ist, entscheiden Stückzahl, Geometrie, Toleranzen und Lieferzeit – nicht der Werkstoff.

Praxisbeitrag von MD UmformtechnikAktualisiert am

Fertigung bei MD Umformtechnik zum Thema Verfahrensvergleich

Tiefziehen – die Serienlösung

Tiefziehen ist das Verfahren der Wahl für mittlere bis hohe Stückzahlen mit reproduzierbarer Qualität. Es erfordert ein Werkzeug, liefert dafür aber konstante Toleranzen und sehr kurze Stückzeiten.

  • Wirtschaftlich ab ca. 500–1.000 Stück pro Jahr
  • Toleranzen werden werkzeug- und bauteilbezogen festgelegt
  • Auch komplexe, nicht-rotationssymmetrische Geometrien möglich

Metalldrücken – die Prototypen- und Kleinserien-Lösung

Drücken ist sinnvoll, wenn Werkzeugkosten unattraktiv sind oder die Geometrie variabel bleiben soll. Rotationssymmetrische Bauteile bis ca. 800 mm Durchmesser entstehen ohne Tiefziehwerkzeug.

  • Wirtschaftlich ab Stückzahl 1
  • Muster mit vergleichsweise geringem Werkzeugaufwand
  • Begrenzt auf rotationssymmetrische Geometrien

Stanzen – flache und stanz-gebogene Bauteile

Stanzen ist die richtige Wahl für flache Bauteile, Lochungen und Stanz-Biege-Kombinationen. Mit Folgeverbundwerkzeugen sind sechsstellige Stückzahlen pro Jahr wirtschaftlich.

  • Wirtschaftlich ab ca. 1.000 Stück pro Jahr (Folgeverbund)
  • Kombinierbar mit Biegen und Tiefziehen
  • Für Prototypen mit Lasern oder Einfachwerkzeug kombinierbar

Entscheidungshilfe in einem Satz

Faustregel: Rotationssymmetrisch und kleine Stückzahl → Drücken. Komplexe Hohlform und mittlere bis hohe Stückzahl → Tiefziehen. Flach, gelocht oder stanz-gebogen → Stanzen. In Grenzfällen lohnt eine kurze technische Beratung vor der Anfrage.

Konkretes Bauteil im Kopf?

Schicken Sie uns Ihre Zeichnung oder Skizze. Wir prüfen Machbarkeit und die nächsten technischen Schritte persönlich.